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Konvoibewegungen zwischen Grafenwoehr und Hohenfels

In der Zeit vom 20. - 28. Mai ist im Rahmen der Uebung Combined Resolve XVII mit Verkehrsbehinderungen durch Militaerfahrzeuge zu rechnen. Betroffen sind hier vor allem die oeffentlichen Straßen zwischen Grafenwoehr und Hohenfels, also die B299, die B470, die A6 und die A93.

Die Kolonnen bewegen sich sowohl tagsueber als auch in der Nacht. Um die die Beeintraechtigung fuer den zivilen Strassenverkehr so gering wie moeglich zu halten werden die Konvois auf verschiedenen Routen und gestaffelt fahren.

Militaerfahrzeuge bewegen sich auf Grund ihrer Groeße und ihres Gewichts langsam und haben eine eingeschraenkte Sicht. Verkehrsteilnehmer sind daher angehalten, in der Naehe von Militaerkonvois besonders aufmerksam und vorsichtig zu sein. Die zu einem Konvoi zugehoerigen Fahrzeuge gelten als ein Verband und koennen sich wie ein einziges großes Fahrzeug im Straßenverkehr bewegen. Es ist nicht erlaubt, sich zwischen die Fahrzeuge zu draengen. Daraus folgt, dass man sie auch nur "in einem Zug" ueberholen und nicht in die Kolonne einscheren darf.

Combined Resolve (CbR) ist eine wiederkehrende Uebungsserie der U.S. Army Europe and Africa, die auf den Truppenuebungsplaetzen Grafenwoehr (7th Army Training Command) und Hohenfels (Joint Multinational Readiness Center) in Bayern abgehalten wird. Die Uebung CbR XVII wird vom 20. Mai bis 19. Juni 2022 andauern.  Bei der zu beuebenden Truppe handelt es sich um das 1st Armored Brigade Combat Team, der 3rd Infantry Division. Es wird hier die Faehigkeit der Brigade zur Durchfuehrung von Operationen in einem komplexen, simulierten Multi-Domain Gefechtsfeld bewertet. Die in Europa stationierten US-Streitkraefte fuehren routinemaessig derartige Uebungen mit Verbuendeten und Partnernationen durch, um die Interoperabilitaet und die Bereitschaft zu verbessern.

Wir arbeiten eng mit Deutschland zusammen, um Beeintraechtigungen für die Bevölkerung während dieser Bewegungen so gering wie möglich zu halten.

Hier noch ein verkehrsrechtlicher Hinweis: Eine Kolonne von Fahrzeugen gilt verkehrsrechtlich als ein Fahrzeug. So dürfen beispielsweise alle Fahrzeuge einer Kolonne eine Ampelkreuzung auch bei rotem Ampelsignal passieren, sofern das erste Fahrzeug die Ampel bei Grün passiert hat. Auch im Kreisverkehr, an Zebrastreifen und Kreuzungen oder beim Reissverschlussverfahren gilt: Die Kolonne darf stets zusammenbleiben. Das bedeutet auch: Ein Unterbrechen der Kolonne durch "Reinquetschen" ist nicht erlaubt.

Verstaerkte Uebungen und vermehrter Schießlaerm auf dem Truppenuebungsplatz Grafenwoehr

Aufgrund der aktuellen Sicherheitslage in Europa und der damit einhergehenden Verlegung zusaetzlicher US-Streitkraefte nach Deutschland und Europa, hat die US-Army das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) ersucht, die im NATO Truppenstatut geregelten Schiesszeiten zu verlaengern. Die zusaetzlichen Truppenteile dienen der Rueckversicherung der NATO-Buendnispartner und zur Abschreckung, um eine Konfliktausweitung zu verhindern. Der Antrag wurde vom BMVg positiv beschieden und die Schießzeiten für den Truppenuebungsplatz Grafenwoehr vom 12. Maerz bis zum 1. Juni 2022 ausgeweitet.

Gemaess dem NATO Truppenstatut ist das Abfeuern von großkalibrigen Waffensystemen in den Abendstunden und an Wochenenden generell eingeschraenkt. Die Ausnahmegenehmigung erlaubt es den Streitkraeften der USA, der NATO und der Bundesrepublik Deutschland, waehrend dieser Stunden auf dem Truppenuebungsplatz Grafenwoehr zu schiessen, um sicherzustellen, dass diese Streitkraefte so schnell wie moeglich ausgebildet und einsatzbereit sind.

Ungefaehr 4300 US-Soldaten aus Fort Stewart, Georgia trafen Anfang dieses Monats auf dem Truppenuebungsplatz Grafenwoehr ein. Das 1st Armored Brigade Combat Team, der 3rd Infantry Division, empfaengt aktuell ueber 3000 Ausruestungsgegenstaende aus US-Army Depots. Dazu gehoeren M1 Abrams Kampfpanzer, M2 Bradley Schuetzenpanzer, M109 Panzerhaubitzen, M142 Mehrfachraketenwerfer und andere Systeme, die auf dem Truppenuebungsplatz zur Ausbildung genutzt werden.

Trotz des erhoehten Bedarfs an Schiess- und Ausbildungszeiten wird waehrend der Osterfeiertage nicht geschossen werden.

Informationen zum militärischen Übungsbetrieb

Auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr üben verschiedene Nutzer, darunter auch Streitkräfte Verbündeter- und Partnernationen.

Das 7th Army Training Command ist sich der Auswirkungen der militärischen Übungen auf die Bevölkerung bewusst und stets bestrebt die Anwohner über die Übungstätigkeiten zu informieren. Wann immer möglich, werden militärische Übungen tagsüber und an Wochentagen durchgeführt.

Welche Luftfahrzeuge üben im Luftraum des Truppenübungsplatzes?
Es üben dort sowohl Kampfflugzeuge als auch Helikopter des US-Militärs, der Bundeswehr, der NATO und anderer Partner. Es handelt sich beim Truppenübungsplatz Grafenwöhr um militärisches Sperrgebiet. Der Luftraum über dem Übungsplatz ist für ebenfalls den zivilen Flugverkehr gesperrt. Zuwiderhandlungen werden gemeldet und durch die zuständigen deutschen Behörden geahndet.

Welche Waffensysteme kommen auf dem Truppenübungsplatz zum Einsatz?
Auf dem Truppenübungsplatz wird unter anderem mit Handfeuerwaffen, Artillerie, Panzern und Luftfahrzeugen geübt.

Warum hört man den Schießlärm?
Die Intensität des Geräuschpegels hängt von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel der Geländebeschaffenheit, Art der Waffensysteme und der Wetterlage ab. Hier spielen vor allem Windgeschwindigkeiten und –richtung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und die Wolkendecke eine Rolle. Diese Einflussgrößen bestimmen maßgeblich die Ausbreitung bzw. Verstärkung der Schallwellen und so die Wahrnehmung des Übungsbetriebes.

Welchen Regelungen unterliegt der Übungsbetrieb?
Der Übungsbetrieb wird gemäß dem NATO-Truppenabkommen durchgeführt.

Weitere Information finden Sie unter Gesetz zum NATO-Truppenstatut und zu den Zusatzvereinbarungen

Schiesszeiten gemäß NATO-Truppenabkommen
Übungen
Die Nutzung der genehmigten Manövergebiete während militärischen Übungen

Was sind genehmigte Manövergebiete (MRA's = Maneuver Rights Areas)?

Genehmigte Manövergebiete (MRA's) sind Flächen die das Bundesministerium der Verteidigung für die Nutzung durch NATO Streitkräfte für zeitlich begrenzte Militärübungen freigegeben hat. Die Manövergebiete werden genutzt, wenn U.S. Einheiten zusätzlichen Übungsraum oder besonders beschaffenes Gelände benötigen, wie zum Beispiel Fallschirmabsetzplätze oder Übersetzstellen bei Gewässern, welche nicht auf U.S. eigenen Standortübungs- oder Truppenübungsplätzen vorhanden sind.

Wer entscheidet welche Flächen als Manövergebiet genutzt werden?

Das Zusatzabkommen zum NATO-Truppenstatut, berechtigt U.S. Truppen Manöver und Übungen außerhalb von U.S. kontrolliertem Gebiet in Deutschland abzuhalten. Jedoch bedarf es der Zustimmung des Bundesministeriums der Verteidigung, um Manövergebiete in Deutschland festzulegen und zu nutzen.

Wie gestaltet sich der Genehmigungsprozess für ein Manövergebiet?

Sobald Manövergebiete identifiziert und genehmigt wurden arbeiten die U.S. Army und das Bundesministerium für Verteidigung gemeinsam daran; betroffene Grundeigentümer und Gemeinden über die beabsichtigte Nutzung der Flächen für Übungszwecke zu informieren. U.S. Manöver-Offiziere sind für die Einhaltung der Bestimmungen bezüglich der Nutzung der Manövergebiete verantwortlich, welche zum Beispiel den Einsatz von Nebel und pyrotechnischen Ausbildungshilfen, Übungszeiten, Umweltbestimmungen und das Vermeiden von Schäden regelt.

Können Grundeigentümer und Gemeinden die Nutzung von Manövergebieten verweigern?

Die Nutzung von Flächen für Manöver ist untersagt, wenn sich diese in geschützten Bereichen befinden (Naturschutzgebiete und Parks, Wasserscheiden und geschichtliche/kulturelle Stätten), in der Nähe geräuschempfindlicher Bereiche (Krankenhäuser und Kureinrichtungen) oder im städtischen Raum. Die U.S. Army arbeitet eng mit den Grundeigentümern und den Gemeindeoberhäuptern zusammen um die Unannehmlichkeiten, welche durch die Übungen verursacht werden gering zu halten.

Warum ist die U.S. Army darauf angewiesen Manövergebiete zu nutzen obwohl die Truppenübungsplätze Grafenwöhr und Hohenfels zur Verfügung stehen?

Der überwiegende Teil der U.S. Übungen in Deutschland kann ohne weiteres auf U.S. eigenen Standortübungs- oder Truppenübungsplätzen, wie Grafenwöhr und Hohenfels durchgeführt werden. Jedoch erfordern einige Ausbildungsvorhaben besonderes Terrain (wie zum Beispiel bei Flußüberquerungen) oder geografisch weitläufige Gebiete, die es ermöglichen die Durchführung von weiträumigen Operationen darzustellen. Manövergebiete geben NATO-Einheiten größere Flexibilität bei der Durchführung von Übungen da Manöverflächen zur Verfügung stehen, welche über die U.S. kontrollierten Truppenübungsplätze hinausgehen. Manövergebiete werden meist als Ergänzung, nicht als Ersatz, für Ausbildungsvorhaben auf den Truppenübungsplätzen Grafenwöhr und Hohenfels genutzt.

Wird in den Manövergebieten scharfe Munition genutzt?

Nein. Scharfe Munition ist gemäß der U.S. Army Vorschriften in Manövergebieten nicht zulässig.

Was passiert falls deutsche Zivilisten während der Übungen auf den Manövergebieten durch die Armee zu Schaden kommen?

Die U.S. Army trifft alle erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen, um die Sicherheit der Zivilbevölkerung im Bereich der Militärübung sicherzustellen. Die Armee arbeitet eng mit den deutschen Behörden zusammen, um zu gewährleisten, dass die Bevölkerung bezüglich der Manöver sensibilisiert ist und in der Nähe von Militärfahrzeugen und Gerätschaften entsprechende Vorsicht walten lässt. Bevor Übungen in den Manövergebieten außerhalb des Truppenübungsplatzes abgehalten werden, werden alle Einheiten von Manöveroffizieren bezüglich der korrekten Verhaltensweisen und Abläufe geschult.

Wird im Bereich der Manövergebiete der Geräuschpegel oder der Verkehr zunehmen?

Während der meisten größeren Übungen nimmt der Militärverkehr im Bereich Grafenwöhr und Hohenfels zu. Der Geräuschpegel kann im Bereich der Manövergebiete und um die Truppenübungsplätze ansteigen.

Inwiefern werden Schäden reguliert, falls die Armee Eigentum oder Infrastruktur beschädigen sollte?

Die U.S. Army wird alle Manöverschäden, welche sich auf den Manövergebieten während der Übung ereignen dokumentieren. Schadenersatzforderungen werden von Schadensregulierern der deutschen Bundesregierung beurteilt. Diese fällen eine abschließende Entscheidung bezüglich der letztendlichen Entschädigung

Wie beugt die U.S. Army Umweltschäden in den Manövergebieten vor?

Die Armee hat sehr strenge Regularien, was Umweltvorschriften in Manövergebieten anbelangt. Alle Einheiten müssen vor der Nutzung der Manövergebiete Umweltschutzschulungen und Ausbildungen zur Vermeidung von Manöverschäden absolvieren. Des Weiteren müssen die Einheiten sicherstellen, dass beim Austreten umweltgefährdender Stoffe diese ordnungsgemäß aufgefangen und nach Beendigung der Übung aus dem Manövergebiet entfernt werden. Jegliche Unfälle oder das Austreten umweltgefährdender Stoffe werden unverzüglich gemeldet und die Entsorgung durch deutsche Umweltbehörden koordiniert.